Spielplan


Beginn: 21.00 Uhr

Spielort: Kapuzinergarten Lana

Kartenvorverkauf ab 04.06.2018

telefonisch bei Barbara Carotta
+39 349 73 96 609
(Mo–Sa 13.00–15.00 & 17.00–19.00 Uhr)

im Tourismusverein Lana
am Montag 25.06. & 02.07. von 15.00–17.00 Uhr

Reservierung

Die reservierten Karten
sind spätestens eine halbe Stunde vor 
Vorstellungsbeginn abzuholen.
Per E-Mail reservierte Karten sind mindestens 24 Stunden vor Spielbeginn zu bestellen.

Abendkasse ab 20 Uhr.

 

Zum Stück

 

Das Ende des Weströmischen Reiches naht, die Germanen marschieren gegen Rom, doch Kaiser Romulus interessiert das nicht im Geringsten. Er trinkt Spargelwein, isst Eier seiner Hühner und schläft, während seine Frau Julia, der geflohene oströmische Kaiser Zeno und seine Untertanen zum letzten Kampf bereit sind. So beginnt dann auch die Komödie:

Romulus wird bei seinem Morgenessen vom Präfekten Spurius Titus Mamma gestört, der schlimme Nachrichten zu überbringen hat, doch scheint das Kaiser Romulus nicht zu interessieren. Er schickt den Präfekten ins Bett und fragt stattdessen, von wem denn das Ei stamme, das er gerade verspeist habe. „Von wem ist dieses Ei?“ „Wie gewöhnlich von Marc Aurel.“ „Eine brave Henne. Die andern Kaiser sind nichts wert. Hat sonst jemand gelegt?“ Romulus verachtet sein Reich für seine blutige Vergangenheit und sehnt die Germanen, angeführt von Odoaker, herbei. Als ein reicher Hosenfabrikant den Staatsbankrott abwenden will, dafür aber Romulus‘ Tochter Rea heiraten will, lehnt er mit folgenden Worten ab: „Ich möchte die Weltgeschichte nicht stören […]“. Seinen Koch hält er für den wichtigsten Mann seines Reiches und so zeigt er sich das erste Mal erschüttert, als er ihn unter den Überläufern entdeckt. „Auch du, mein Koch?“

Auch dieses Jahr zeigen die Freilichtspiele Lana ein humorvolles, gesellschaftskritisches Stück, dem es hervorragend gelingt, Unterhaltung und politische Aktualität zu verbinden. Die Regisseurin Stefanie Nagler meint dazu: „Für mich persönlich war die Aktualität sehr wichtig. Wir haben den Kapitalismus in der Rolle des Hosenfabrikanten: Wie käuflich sind wir und wie viel ist uns Macht wert? Romulus verschachert die Büsten der alten Dichter, Denker und Herrscher. Da stellt sich mir die Frage, ob der Mensch fähig ist, aus der Geschichte zu lernen? Was schöpfen wir aus der Vergangenheit, außer dass sie vergänglich ist?“

Friedrich Dürrenmatt, der große Schweizer Dramatiker des 20. Jahrhunderts, schreibt mit dieser tragikomischen Komödie den Untergang Roms neu. Verfasst hat er dieses Werk im Winter 1948 / 49. Max Frisch resümiert: "Es scheint mir entscheidend, dass Dürrenmatt nicht einfach den Ausverkauf einer Kultur zeigt, was eine zynische oder sarkastische Farce lieferte und weiter nichts, sondern im Mittelpunkt einen Menschen, der diesen Ausverkauf vollzieht im Sinne einer Erkenntnis, im Sinne einer unerschütterlichen Bejahung, die allein alles andere was geschieht, als Komödie erscheinen lässt.“ Die Uraufführung fand 1949 in Basel statt, und obwohl das Stück selten gespielt wird, ist es immer noch zeitgemäß. So meinte Dürrenmatt: „Er (Romulus) spielte zwanzig Jahre den Hanswurst, und seine Umgebung kam nicht darauf, daß auch dieser Unsinn Methode hatte. 

Dies sollte zu denken geben.“